Sporttechnologie
Ramsau nimmt Anlauf: Franz-Josef Rehrl eröffnet neue Anlaufspur
Ramsau am Dachstein setzt ein weiteres Zeichen für den nordischen Sport: Die neue Anlaufspur am Schanzenzentrum ist fertiggestellt und wurde nun offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Für Franz-Josef Rehrl war es kein gewöhnlicher Arbeitstag. Der Ramsauer durfte als erster Athlet über die neue Anlaufspur seiner Heimschanze gehen und diese mit seinem Sprung offiziell eröffnen. Für den Nordischen Kombinierer bedeutet die Modernisierung vor allem eine weitere Verbesserung der Trainingsbedingungen direkt vor der eigenen Haustür.
„Für mich ist es natürlich etwas Besonderes, den ersten Sprung auf der neuen Spur meiner Heimschanze machen zu dürfen. Der erste Sprung war noch etwas ungewohnt, aber eines habe ich gleich gespürt: die Spur zieht wirklich gut ab! Wir trainieren und springen im Weltcup fast ausschließlich auf Riedel-Anlaufspuren. Die alte Spur hier in Ramsau war sehr schmal und im Vergleich zu modernen Anlagen etwas ungewohnt. Jetzt haben wir auch zu Hause Bedingungen, wie wir sie von vielen Weltcupschanzen kennen. Das wertet meinen Heimatort auch als Trainingszentrum enorm auf“, freut sich der Franz-Josef Rehrl.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, künftig bereits früher im Herbst unter winterlichen Bedingungen zu trainieren. „Gerade für uns Athleten ist das enorm wertvoll. Auch wenn ich schon langsam zum alten Eisen gehöre und nicht mehr so lange davon profitieren werde. Für den Nachwuchs ist das Gold wert“, so der dreifache Familienvater mit einem Augenzwinkern.
Von den ersten Gesprächen bis zum Eröffnungssprung
Hinter der neuen Anlaufspur liegt eine lange Vorgeschichte. Bereits 2018 begannen die ersten Gespräche und Planungen zwischen der Gemeinde Ramsau am Dachstein, dem Land Steiermark und Peter Riedel. Im Sommer 2026 konnte das Projekt schließlich umgesetzt werden.
Dabei wurde bewusst darauf geachtet, den besonderen Charakter der Schanze zu erhalten. Der rund 90 Meter lange Anlauf zählt zu den steilsten im internationalen Vergleich. Die neue Spur wurde an derselben Stelle wie ihre Vorgängerin errichtet, Radius und Charakteristik der Schanze blieben unverändert.
Für Bürgermeister Hannes Uttinger ist die Fertigstellung deshalb auch ein wichtiges Signal für die Zukunft des Sportstandortes.
„Nach den vielen Jahren der Planung freut es mich besonders, dass wir die neue Anlaufspur nun tatsächlich eröffnen können. Das Projekt zeigt, welchen hohen Stellenwert der nordische Sport für Ramsau und die gesamte Region hat“, so Uttinger. „Ramsau ist national wie international als Trainings- und Wettkampfstandort bekannt. Diesen Stellenwert wollen wir festigen und weiter ausbauen. Dafür müssen wir unseren Athletinnen und Athleten auch die entsprechende Infrastruktur bieten.“
Langjährige Verbindung mit Ramsau
Auch für Spurbauer Peter Riedel ist die Fertigstellung ein besonderer Moment. „Wenn man bedenkt, dass die ersten Gespräche bereits 2018 stattgefunden haben, ist es natürlich schön, Franz-Josef jetzt tatsächlich über die fertige Spur springen zu sehen“, sagt Peter Riedel. „Ramsau ist für uns kein Neuland. Wir arbeiten hier schon lange mit dem Trainingszentrum zusammen und haben mit unserer Testspur in den letzten Jahren viele Erfahrungen gesammelt. Umso mehr freut es mich, dass wir dieses gemeinsame Projekt nun erfolgreich abschließen konnten.“
Technisch kommt in Ramsau das Mastertrack-System der Peter Riedel GmbH zum Einsatz, das mittlerweile auf einer Vielzahl von Schanzenanlagen weltweit verbaut ist. Die Kombination aus Sommer- und gekühlter Winterspur ermöglicht eine lange Trainingsperiode und Bedingungen, wie sie die Athleten auch von internationalen Wettkampfanlagen kennen.
Mit dem ersten Sprung von Franz-Josef Rehrl ist die neue Spur nun offiziell eröffnet – und Ramsau nimmt damit im wahrsten Sinne des Wortes neuen Anlauf.